Zusammenfassung des pädagogischen Konzeptes . . .
Wir stellen uns vor . . .
Die KINDERINSEL wurde am 11. Dezember 1994, als Tagesgroßpflegestelle im Rahmen des § 44 KJHG (SGB VIII), in Form eines Einzelunternehmen von Apollonia Nickelsen gegründet. Am 1.Oktober 1997 änderte die KINDERINSEL ihre Rechtsform in eine GbR
, nachdem auch Carsten Nickelsen in das Projekt KINDERINSEL mit eingestiegen ist.
Aus dem Interesse der Eltern an Kindergartenplätzen in der KINDERINSEL wurde am 06.07.2000 der Verein KINDERINSEL e.V. gegründet. Die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII und die Zulassung einer Einrichtung entsprechend § 45 SGB VIII ist für die Zukunft geplant.
Entstanden ist die KINDERINSEL aus der persönlichen Erfahrung heraus, dass es nur wenige flexible und individuelle familienergänzende Angebote für Familien mit Kindern im Alter von 1–12 Jahren gibt. Besonders das Betreuungs- angebot für Kinder unter 3 Jahren und über 6 Jahren in altersgemischten Gruppen ist sehr begrenzt. Für Familien mit einem behinderten Kind gibt es nur wenige integrative Betreuungsangebote; aber auch an Angeboten, die sich mehr an den Bedürfnissen der Familien orientieren und die klassischen Öffnungszeiten von Kindergärten und Tagesstätten erweitern, mangelt es. Teilzeitangebote und stundenweise Betreuung mit der Möglichkeit von Übernachtungen und Wochenendbetreuung gibt es so gut wie nicht. Gerade hierin sehen wir jedoch einen besonderen Bedarf, weil sich u.a. durch veränderte Ladenöffnungszeiten, Teilzeitbeschäftigung und Schichtarbeit die Beschäftigungszeiten der Eltern stark individualisiert haben.
Die KINDERINSEL ist eine Antwort auf die geänderte Lebenssituation in der Familie.
Für Eltern entstehen vielfältige Situationen, in denen sie mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert werden; besonders betroffen sind hiervon Alleinerziehende. Doch auch so alltägliche Situationen wie der Arzttermin, das Weiterbildungsseminar, der gemeinsame Einkauf, die Sportverabredung oder einfach nur der nette Abend mit lieben Freunden und der Aussicht auf ungestörtes Ausschlafen am Tag danach, fordern Eltern besonders. Für die eigenen Kinder möchte man ja nur das Beste.
Wir möchten das Betreuungsangebot für Familien mit Kindern im Alter von 1–12 Jahren erweitern und bereichern, eine Alternative für Eltern anbieten, die wie Emi Pikler und Maria Montessori „auf die inneren Wachstumsprozesse ihrer Kinder vertrauen“ und achtsam, im respektvollen Umgang gemeinsam mit ihnen wachsen wollen.
In einem kindgerechten Wohnhaus mit großzügigen Außenbereich hat die KINDERINSEL einen zentralen Standort, mit ländlichem Umfeld, in einem Stadtteil von Ettlingen. Wir haben bewusst Räumlichkeiten ausgewählt, die durch ihre bauliche Struktur Wohncharakter besitzt, um eine familienähnliche Atmosphäre zu schaffen. Bei einer Gruppen- größe von 10 Plätzen können die Kinder in einer “vorbereiteten Umgebung” Erfahrungen machen, die einer Großfamilie entsprechen.
Wir gehen einen ungewöhnlichen, doch nicht mehr neuen Weg. Dieser Schritt ist aus unserer Sicht angesichts der raschen, gesellschaftlichen und familiären Veränderungen ein notwendiger Beitrag in dem Bemühen, unsere Kinder auf die stetig im Wandel befindlichen Herausforderungen ihrer Zeit vorzubereiten.
„In einer Zeit, in der Entwurzelung, Orientierungslosigkeit, Langeweile, Gewalt und Drogen unter den Kinder und Jugendlichen bedrohliche Ausmaße annehmen und der gesellschaftliche Wandel an Geschwindigkeit mehr und mehr zunimmt, stellt sich immer dringlicher die Frage wie es möglich ist, dass die Kinder zu harmonischen, ausgeglichenen Menschen heranwachsen können, die auch die innere Kraft besitzen, sich den Herausforderungen unserer Welt auf kreative Weise zu stellen.“
In aller Kürze – Zusammenfassung des pädagogischen Konzeptes . . .
Die pädagogische Konzeption stellt eine Fortschreibung des Montessori-Ansatzes unter Berücksichtigung heutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse und der praktischen pädagogischen Erfahrung von Rebeca- und Mauricio Wild sowie Emmi Pikler dar.
Kernpunkt der pädagogischen Arbeit ist ein familienergänzendes Angebot für Kinder von 1–12 Jahren, das
nichtdirektiv, achtsam und respektvoll „auf die inneren Wachstumsprozesse der Kinder vertraut“. Die Kinder als eigenständige Individuen achtet. Ihnen ein vielfältiges Lern- und Bewegungsangebot ermöglicht. Ein Raumangebot das in seiner Größe, Raumaufteilung und Raumgestaltung dem Wohncharakter der Familien entspricht, das Sicherheit und Geborgenheit sowie Raum zur Entfaltung gibt.
„Sich zugehörig fühlen, sich wohl fühlen, hat nicht nur eine soziale, sondern auch eine räumliche Grundlage.“
Die Gruppengröße in der Kinderinsel ist auf 10 Plätze begrenzt. Hier finden selbstverständlich Kinder mit Behinderungen ihren Platz. Zur Erfüllung eines familienergänzenden Angebotes gehört es für uns mit dazu, dass das Betreuerteam sich aus einer Frau und einem Mann zusammensetzt. Dies erscheint uns als sinnvoll, in einer Zeit, in der es mehr und mehr Alleinerziehende Elternteile gibt, bzw. dass ein Elternteil für einen Großteil des Tages außer Haus tätig ist. Die Tagesstruktur verläuft in Zyklen die denen von Familien mit Kindern entsprechen. So können die Kinder ähnliche (soziale) Lebens- erfahrungen machen, wie in einer Großfamilie. Sie erleben Vorbilder - die ihre Aufgabe in einem nicht klassischen Rollenverständnis begreifen -, mit denen sie sich identifizieren können. Grundbedingung einer eigengesetzlichen ungestörten Entfaltung ist die Beziehung. So ist es für uns sehr wichtig, eine Atmosphäre der Geborgenheit zu schaffen, frei von Erwartungen und Wettbewerb, in der die Kinder sich angenommen, respektiert und vor allem „gemocht“ fühlen.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, gegenwärtige lern- und entwicklungspsychologische sowie neurobiologische
Erkenntnisse umzusetzen. So folgen wir der Auffassung, dass menschliche Entwicklung einem inneren individuellen Entwicklungsplan folgt und Kinder am effektivsten in sogenannten „sensiblen Perioden“ lernen. Danach erscheinen uns diejenigen pädagogischen Interventionen sinnvoll, die individuelle Entwicklungs- und Reifeprozesse zulassen, ohne die Eigenaktivität zu stören.
In diesem Sinne verfolgt das pädagogische Konzept der KINDERINSEL in seinen Kernpunkten die Schaffung von Rahmenbedingungen, in denen Lebens- und Entwicklungsprozesse respektiert und unterstützt werden.
Das Konzept bedeutet eine konsequente Weiterentwicklung und Fortschreibung der empirisch entwickelten Pädagogik Maria Montessoris, die bereits vor über einem halben Jahrhundert das absolute Vertrauen auf die inneren Wachstumsprozesse des Menschen und die aufmerksame Begleitung des Kindes in einer vorbereiteten Umgebung gefordert hat. Darüber hinaus berücksichtigt unser Konzept die praktische pädagogische Erfahrung der Nicht-Direktivität von Rebeca und Mauricio Wild, sowie die Erkenntnisse von Emmi Pikler, über die Notwendigkeit einer den eigenen Gesetzmäßigkeiten folgenden Bewegungsentwicklung. Besonders durch eine auf seine eigenen Gesetze gemäßen Entwicklung und selbst erlebte Erfahrungen der Kinder ausgerichtete Pädagogik, können die gerade heute geforderten Schlüsselqualifikationen wie Selbstsicherheit, Selbständigkeit, Verantwortung, Kreativität, vernetztes Denken oder Teamfähigkeit unterstützt werden.
„Das Kind anregen zu müssen, das glauben wir nur, weil wir zu wenig Ahnung davon haben, was jeder Mensch an Entwicklungsmöglichkeiten mit auf die Welt bringt“
In einer entspannten – dem Entwicklungsstand entsprechenden - vorbereiteten Umgebung, werden vielfältige Bewegungs-, Spiel-, Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten geboten, die den Kindern ein weitreichendes selbstbestimmtes Lernen ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Bewegungsentwicklung der Kleinkinder, wie sie u.a. von Emmi Pikler beschrieben wurde
.Bereits Maria Montessori hat den engen Zusammenhang zwischen köperlicher Bewegung und geistiger Entwicklung erkannt und darauf hingewiesen, dass gerade Kleinkinder sich in einer sensiblen Phase für Bewegung befinden. Ein reichhaltiges Angebot an unstrukturiertem-, teilstrukturiertem-, strukturiertem und Bewegungs- Material lädt die Kinder zum Aktivsein ein. So können sie sich u.a. mit Montessori - Materialien ihre Welt selbst erschließen. „Das Material ist der Schlüssel zur Welt”.![]()
„ . . . Überraschend wenig Lernen ergibt sich aus gewolltem, erzwungenen Versuchen, ein Kind zum Lernen zu bewegen. Man braucht dem Kind nur die angemessene Umgebung zu besorgen, eine Umgebung aus Annahme, Liebe, Schutz und geeigneten Stimuli, und das Lernen des Gehirns lässt sich nicht aufhalten. Denn es wurde zum Lernen geschaffen . . . „
„Der Lehrer muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann“ formulierte Maria Montessori. Er muss dem Kind die Freiheit geben, sich äußern zu können; denn es gibt kein größeres Hindernis für die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit als einen Erwachsenen, der mit seiner ganzen überlegenen Kraft gegen das Kind steht
.Um jedem Kind seinen individuellen Reifeprozess zu ermöglichen, bedarf es der aufmerksamen Begleitung: Aufgabe ist es, Bedürfnisse und Interessen der Kinder zu erspüren und vornehmlich durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen darauf entsprechend zu reagieren. Der so begleitete Entwicklungsprozess entzieht sich einer Bewertung. Wir suchen nicht die Fehler des Kindes und wollen sie bessern, sondern wir suchen die tiefe wachsende Natur und helfen ihr zur gesunden Entfaltung
.
Bei uns in der KINDERINSEL wird die Aktivität und das Interesse der Kinder nicht in einer vom Erwachsenen gewünschten Richtung gelenkt. Im Gegenteil, wir versuchen mit gezielter Organisation den Kindern das Freie Spiel so zu ermöglichen, dass sie das spielen können, was sie möchten und auf die Weise und so lange, wie sie es möchten. Im Freien Spiel lernen die Kinder durch konkretes Tätigsein ohne Zeitdruck; sie schaffen damit die Grundlage für wirkliches Verständnis und vernetztes Denken. Das Miteinander soll durch eine Atmosphäre des respektvollen Umgangs geprägt werden.
Ohne Grenzen kann ich Freiheit nicht erleben. Aus dieser Erfahrung heraus, stecken wir einen klaren Rahmen ab, der dem Entwicklungsstand der Kinder entspricht und für jeden verständlich ist. Regeln die ein respektvolles miteinander ermöglichen. Grenzen die Halt und Sicherheit gewähren, aber auch Reibungsfläche bieten.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen der KINDERINSEL und den Eltern ist im Interesse der Kinder notwendig. Die Formen der Zusammenarbeit sind vielfältig und abhängig vom jeweiligen Ziel:
Gesellschaft des bürgerleichen Rechtes
Valentin:”Mit Kindern wachsen, 1/96, S. 8
Herbert Vogt, i.: Alice-Salomon-Kindertagesstätte, Hanau 1995, S. 6
vgl.: Joseph Chilton Pearce “Der nächste Schritt der Menschheit”, Freiamt 1994
JacobY, 1981
Dr. Emmi Pikler: “Lasst mir Zeit”, München 1997
Zitat: Maria Montessori,
Joseph Chilten Pearce: “Der nächsteSchritt der Menschheit”, Freiamt 1994, S.183
Maria Montessori, i.: “Grundlagen meiner Pädagogik”, Wiesbaden 1996, S. 24 f;;
Maria Montessori, i.: “Grundlagen meiner Pädagogik”, Wiesbaden 1996, S. 25
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Konzeption |




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